Datum: 11.01.18

Geburtsschmerzen lindern mit PIB: neues Verfahren in der Geburtshilfe Krankenhaus Lauf

Foto (v.l.n.r.): Karin Buhle-Heinz (Leitende Hebamme), Martin Maier (Schriftführer des Fördervereins), Dr. Valentin Klant (Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe), Kinderkrankenschwester Mira Schmitt, Adolf Pohl (Schatzmeister des Fördervereins), Christiane Hoster (Oberärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe), Dr. Martin Seitz (Vorsitzender des Fördervereins), Dr. Thomas Grüneberg (Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land) Bildnachweis: Rudi Ott

Wehenschmerzen gehören einfach mit zur Geburt. Doch wie viel Schmerz muss sein? „Der Umgang mit den Schmerzen während der Geburt ist von Frau zu Frau ganz verschieden, ebenso das Ausmaß der Schmerzen“, betont Dr.  Valentin Klant, Chefarzt der Geburtshilfe im Krankenhaus Lauf. Dementsprechend breit gefächert ist das Angebot der Laufer Geburtshilfe für eine schmerzarme Geburt, zu dem die Frauen vor der Geburt umfassend beraten werden. Das Angebot wird im Landkreis gut angenommen: 2017 gab es hier 595 Geburten, 14 mehr als im Vorjahr.

Die Hebammen setzen dabei auf gute Betreuung, sanfte Massagetechniken, Akupunktur und andere Methoden. Die Abteilung für Anästhesie bietet die Periduralanästhesie (PDA) für eine schmerzarme Geburt an, ein seit Jahren gängiges Verfahren der regionalen Schmerztherapie. Dabei wird ein Schmerzkatheter im Bereich der Lendenwirbelsäule angelegt, über den das Schmerzmittel kontinuierlich zugeführt wird. Bei dieser Methode kann neben der Schmerzlinderung eine vorübergehende Schwäche der Beinmuskulatur auftreten, die die aktive Mithilfe der werdenden Mutter während des Geburtsvorganges erschweren kann.

PIB: schnellere und nebenwirkungsärmere Medikamentenwirkung

Im Krankenhaus Lauf setzt man seit kurzem auf eine neue Art der Medikamentenzufuhr, die zu einer schnelleren und nebenwirkungsärmeren Arzneimittelverteilung führt: einer Schmerzpumpe mit sogenannter „programmierter intermittierender Bolusgabe (PIB)“. Die Laufer Geburtshilfe ist eine der ersten Kliniken in der Region, die mit diesem neuen Verfahren arbeitet.

„Die Schmerzpumpe reduziert den Geburtsschmerz durch eine programmierte Abgabe von örtlich wirksamen Schmerzmitteln, ohne die Fähigkeit der Mutter zur Mithilfe bei der Geburt einzuschränken“, erklärt Dr. Christiane Siefker, Oberärztin der Anästhesie im Krankenhaus Lauf.

Die Schmerzpumpe gibt dabei in regelmäßigen Abständen eine Schmerzmitteldosis ab. Darüber hinaus können die Hebammen bei Bedarf eine zusätzliche Dosis des Schmerzmittels über einen Druckknopf an der Pumpe verabreichen. Und auch der Arzt kann bei außerordentlichen Schmerzen eingreifen.

Anschaffung mit Unterstützung des Fördervereins

Dass die dafür notwendigen Schmerzpumpen angeschafft werden konnten, ist der finanziellen Unterstützung des Fördervereins des Krankenhauses Lauf zu verdanken. Vor dem Kauf musste sich das Gerät allerdings einer „Probezeit“ unterziehen, in der es von Patientinnen, Hebammen und Geburtshelfern durchwegs positiv bewertet wurde.

Ebenfalls mit der finanziellen Unterstützung des Fördervereins wurden 14 neue Babybetten angeschafft, die direkt am Bett der Mutter platziert werden können und so eine noch größere Nähe zwischen Mutter und Kind ermöglichen.

„Es sind besondere Anschaffungen wie diese, die wir nur mit der Hilfe des Fördervereins stemmen können“, bedankt sich Dr. Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land für die Spende in Höhe von 8.500 Euro.

Ein Informationsabend zur Entbindung im Krankenhaus Lauf findet  jeden letzten Montag im Monat (außer an Feiertagen) um 18:30 Uhr im Krankenhaus Lauf statt.